
Bereits im 12.
Jahrhundert wanderten deutsche Siedler, vor allem aus dem
Rhein-Mosel-Gebiet, in die Gegend um Sibiu (Hermannstadt) im heutigen
Rumänien, aus. Sie gründeten Ansiedlungen, die sich
durch eine spezielle Form der Landnutzung, durch bestimmte
Siedlungsmuster, sowie durch die Organisation der Familienhöfe
auszeichneten und prägten so eine Kulturlandschaft, die sich
teilweise bis heute erhalten hat. Überragt werden die
Siedlungen von ihren befestigten Kirchen, die einst zum Schutz vor
feindlichen Überfällen errichtet wurden und die
regionalen Baustile des 13.-16. Jahrhunderts illustrieren.
Sieben 'Dörfer mit befestigten Kirchen' wurden 1999 von der
UNESCO exemplarisch für die etwa 230 transsilvanischen
Dörfer in die Welterbeliste aufgenommen.
In einem dieser Dörfer,
Viscri (Deutschweißkirch), hat die Deutsche Stiftung Welterbe
2004/2005 ein Pilot-Projekt finanziert, bei dem die traditionelle
Struktur der Dorf-Hauptstraße wieder hergestellt wurde. U. a.
sind die Straßengräben nun wieder
funktionsfähig, das Kopfsteinpflaster ausgebessert bzw.
erneuert, Holzbänke und von den Dorfbewohnern geflochtene
Körbe zur Müllentsorgung entlang der Straße
aufgestellt, Wassertröge für Tiere errichtet und die
Straßenränder wieder mit Obstbäumen
bepflanzt. Lokale Initiativen bemühen sich nun,
ähnliche Projekte in weiteren Dörfern in die Wege zu
leiten - auch weil sie die Zukunft der transsilvanischen
Dörfer unter anderem in ihrer Attraktivität
für den (Kultur-)Tourismus sehen.